Pierre Dalcher von der SVP scheidet aus der Schlieremer Exekutive aus, während Andreas Kriesi (GLP) und Pascal Leuchtmann (SP) die Wahl und die verbleibenden Exekutivmitglieder ihre Wiederwahl spielend schafften. Wie lässt sich dieses Resultat erklären? Der Wahlkampf war in den vergangenen Monaten erstaunlich ruhig, eine Tendenz liess sich kaum ablesen. Fest steht, dass SP, Grüne und Grünliberale den politischen Diskurs bestimmten. Mit ihren Initiativen für eine Begegnungszone am Bahnhof oder eine freie Geissweid kämpften sie gezielt für ihre Anliegen. Bei der ersten waren sie erfolgreich, bei der zweiten steht das Ergebnis noch aus – viel Aufmerksamkeit war ihnen sicher.

Grosse Fehltritte von Dalcher und seinem Partei- und Stadtratskollegen Christian Meier blieben zwar aus – jedoch auch die grossen Erfolge. Hinzu kommt, dass das Parteibündnis der Bürgerlichen Parteien Schlierens (BPS) jüngst für Negativschlagzeilen sorgte. So verweigerte sich das Bündnis einer Podiumsdiskussion, da die Fragen nicht im Voraus bekannt gegeben wurden. In zahlreichen Leserbriefen und Kommentraren auf den Sozialen Medien musste sich die BPS daraufhin Kritik anhören. Gut möglich, dass sie dies Stimmen gekostet hat, oder stramme Wähler dazu veranlasste, zu Hause zu bleiben.

Fest steht aber auch, dass das Schlieren von den letzten Wahlen vor vier Jahren nicht mehr jenes von heute ist. Zahlreiche Neuzuzüger bevölkern die Stadt und wählen ihre Volksvertreter. Dass es sich dabei eher um urbane Wähler handelt, die aus der Stadt Zürich in die Agglomeration gezogen sind, ist zwar eine Spekulation. Angesichts des Sieges der Linken und der Grünliberalen handelt es sich jedoch um eine schlüssige Erklärung. Die Linken und die Grünliberalen haben von den Wählern die Möglichkeit erhalten, mehr Verantwortung zu übernehmen. Diese Chance gilt es nun auch zu nutzen.