Über 50-Jährige haben in der Finanz- und Versicherungsbranche einen schweren Stand. Sie sind dem Risiko ausgesetzt, länger arbeitslos zu sein. Entweder weil sie den Anforderungen der Branche nicht mehr genügen oder aber mit der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung nicht mehr mithalten. Und wenn Arbeitskräfte mit langjähriger Erfahrung wegfallen, geht auch wertvolles Wissen verloren.

Es gibt natürlich Möglichkeiten, wie sich Arbeitnehmer vor der Arbeitslosigkeit im Alter schützen können. Sich früh über das letzte Drittel des Arbeitslebens Gedanken zu machen und die Weichen zu stellen, ist eine davon. Eine andere wäre, sich bis zum Pensionsalter weiterzubilden. Diese Bereitschaft geht ab dem 40. Altersjahr nämlich zurück. Wenn sich nun aber die Arbeitnehmer nicht im Stande fühlen, sich selbstständig um Weiterbildung zu bemühen, dann sollte es im Interesse des Arbeitgebers liegen, diese zu fördern. Doch hier fehlen die richtigen Anreize. Weiterbildung ist teuer und kostet Zeit. Tandemlösungen – junge Arbeitskräfte bringen Älteren was bei und umgekehrt –, senken, wenn auch nur kurzfristig, die Produktivität der Firma.

Vielleicht beherrschen ältere Arbeitskräfte nicht alle Programme und Techniken, die Jüngere in Windeseile erlernen. Was sie aber zu bieten haben, geht gerne vergessen: ihre Arbeits- und Lebenserfahrung. Und wenn sie gehen, dann geht eben nicht nur ihr Fachwissen, sondern mit ihnen kommen der Arbeitswelt auch Werte abhanden. Und wer überliefert diese, wenn nicht sie?