Welche Institutionen gibt es, die seit Jahrhunderten Bestand haben? Man muss nicht lange überlegen, um auf unsere Kirchen und Klöster zu kommen. Auf einzigartige Weise erinnern sie uns an unsere geistig-kulturellen Wurzeln und geben darüber hinaus auch in Zeiten vermehrter Kirchenaustritte vielen Gläubigen geistlichen Beistand. Einige Menschen sehen die Ursache dieses phänomenalen Überlebens im Beharren auf Althergebrachtem und in der oft sturen Weigerung, neue Wege zu beschreiten.

Insofern ist der Schritt, den die Benediktinerinnen des Klosters Fahr gestern gegangen sind, ein gewaltiger. Die Gemeinschaft begibt sich auf die Suche nach externen Partnern, die neben ihrem Know-how und ihren Ideen auch ihre Wirtschaftskraft und ihr Geld mitbringen sollen. Denn es geht nicht nur darum, das Klosterareal zu beleben und aufzuwerten. Auch finanzielle Nöte zwingen die Gemeinschaft zu diesem Schritt. Mindestens acht Millionen Franken fehlen in der Kasse, um die Nebengebäude des Klosters zu sanieren.

Nun packen die Klosterschwestern, die nach 1400 Jahre alten Ordensregeln leben, nicht nur ihre eigene Zukunft beherzt an, sondern kümmern sich auch um den Erhalt des Idylls für hoffentlich weitere Jahrhunderte. Das zeugt von einem starken Willen zur Wandlungsfähigkeit. Manche viel jüngere Institutionen zeigen sich in diesem Punkt zaghafter und ängstlicher. Man wünscht diesen mutigen Benediktinerinnen, dass viele interessante Bewerbungsdossiers an der Klosterpforte abgegeben werden.