Nachdem noch vergangene Woche die Fällung der Buche im Schlieremer Zentrum verkündet wurde, gaben die Verantwortlichen gestern deren Rettung bekannt. Weil das auf Grossbaumverpflanzungen spezialisierte Unternehmen BMB Group gemeinsam mit anonymen Sponsoren einen Grossteil der Kosten übernimmt, kann der Baum rund 170 Meter in den nahegelegenen Stadtpark verpflanzt werden.

Bei der Baum-Rettung in allerletzter Sekunde gibt es nur Gewinner. Der Schlieremer Bauvorstand Markus Bärtschiger, der am 4. März zum Stadtpräsidenten gewählt werden will, zeigt sich als kompetenter Krisenmanager, der auch unter Druck Lösungen findet. Der Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn AG, Daniel Issler, generiert mit dieser Rettung in Schlieren aber auch in der ganzen Region viel Wohlwollen gegenüber dem Bauprojekt. Wohlwollen, welches das Projekt im Spätherbst gebrauchen kann. Dann wird das Zürcher Stimmvolk voraussichtlich über die Volksinitiative «Stoppt die Limmattalbahn ab Schlieren» befinden. Der Baumverpflanzungsfirma BMB Group wiederum ist mit dieser Aktion die mediale Präsenz sicher. Wohl in der ganzen Schweiz wird das Unternehmen Bekanntheit erlangen, da Verpflanzungen bei Bäumen dieser Grössenordnung eine Rarität sind.

Die 4600 Personen, welche die Petition der IG Blutbuche unterzeichnet haben, sind ebenfalls Gewinner. Sie setzten sich für den Erhalt des Baumes ein und haben das Ziel erreicht. Nun bleibt nur eins übrig: Daumendrücken, dass der Baum die Prozedur überlebt.