Kantonsratpräsident

Man darf ruhig ein wenig stolz sein

Bettina Hamilton-Irvine
Seit Montag höchster Zürcher: Rolf Steiner

Seit Montag höchster Zürcher: Rolf Steiner

Weil der nun höchste Zürcher aus Dietikon kommt, stand die Region am Montag im Scheinwerferlicht.

Der offiziell höchste Zürcher kommt aus Dietikon: Der 63-jährige SP-Politiker Rolf Steiner darf ab sofort ein Jahr lang den Zürcher Kantonsrat präsidieren. Am Montag wurde diese Tatsache gebührend gefeiert: Dietikon empfing seinen neuen Würdenträger und dessen Gäste mit einem fast schon rührenden Enthusiasmus. Da wurden lokale Spezialitäten angeboten – Most und Käse aus Dietikon, am Abend Pilze aus den lokalen Wäldern, ein Schaumsüppchen aus Dietiker Stadtwein, zum Dessert Limmattaler Rüeblitorte – die Trachtengruppe hatte sich herausgeputzt, die Stadtmusik begleitete die Gästeschar, es gab Alphornbläser (auch aus Dietikon!), viele lobende Reden, Umarmungen, Schulterklopfen, Gelächter. Alle, die strahlen konnten, strahlten – die Gäste fast so sehr wie die Sonne. Und gekommen waren sie alle: Der gesamte Regierungsrat war da, Stände- und Nationalräte waren gekommen, viele Kantonsräte, regionale Politiker und Kulturschaffende. Auf dem Weg vom Stadthaus zu den Reppischhallen über die liebliche kleine Reppischbrücke lobten sie die Schönheit Dietikons.

Es war ein glanzvoller Tag, nicht nur für Dietikon, sondern für das ganze Limmattal. Die Zürcher Zeitungen berichteten gestern über den gelungenen Festakt und zeigten farbige, fröhliche Bilder. Die Aufmerksamkeit, die Heiterkeit, das Lob, die Freude der Gäste – das alles ist Balsam auf die Seele der Region, die ihren historisch bedingten Minderwertigkeitskomplex immer noch nicht ganz überwunden hat. Doch am Montag konnten sich selbst die kritischsten Dietiker ein bisschen Stolz auf ihren Wohnort nicht verkneifen. Zu Recht.

Autorin

Bettina Hamilton-Irvine

Bettina Hamilton-Irvine

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