Zürichs Künstlerinnen und Künstler sind sauer auf die Macher der Manifesta 11. An einer Podiumsdiskussion, welche die Organisatoren selbst organisierten, hagelte es Kritik. Das lokale Kunstschaffen werde vernachlässigt, die Ressourcen in erster Linie für eingeladene Stars verwendet, die bereits weltweit bekannt sind, monierten Vertreter der Zürcher Szene.

Zugegeben: Es gibt durchaus einzelne Zürcher Künstler und kleinere Kunstinstitutionen, die von der Manifesta als Plattform profitieren konnten. Und dies längst nicht nur an den «Parallel Events», die Zürcher Beiträgen generell als Gefäss dienten. Doch findet die Manifesta vornehmlich auf etablierten Schauplätzen wie dem Cabaret Voltaire oder dem Migros Museum statt. Und dies, obwohl Stadt und Kanton Zürich zum Gesamtbudget von gut fünf Millionen Franken rund ein Drittel beitrugen. Da hätte man durchaus erwarten dürfen, dass auch lokale Kunst-Institutionen Raum und Ressourcen erhalten, die Nischen bewirtschaften oder (noch ) ein Schattendasein fristen.

Fraglich ist, ob die Macher der Biennale mit ihrem Fokus auf bekannte Institutionen ihr erklärtes Ziel erreichen können: Möglichst auch jene Teile der Bevölkerung für Kunst zu begeistern, die sich sonst kaum dafür interessieren. Die bekannteren Kunsträume befinden sich alle im Stadtzentrum. Doch ist die dortige Bevölkerung tendenziell bereits für Kunst sensibilisiert. Als neues Publikum eigneten sich dagegen eher Bewohner kulturell weniger dicht bespielter Agglomerationen. Meinten es die Manifesta-Macher ernst mit ihrem aufklärerischen Ziel, so hätten sie also mehr darauf gesetzt, auch an den Rändern der Stadt präsent zu sein.