1,5 Millionen Franken: So viel sollen Stadt und Kanton Zürich ans Züri Fäscht 2016 beisteuern. Das ist fast doppelt so viel, wie die öffentliche Hand 2013 ans letzte Züri Fäscht bezahlte. Die Gründe sind neue Sicherheitsmassnahmen und Forderungen des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Der Kanton hat die Verdoppelung seines Beitrags gestern beschlossen. Nun ist die Stadt an der Reihe.

1,5 Millionen Franken sind keine riesige Summe, wenn man bedenkt, dass davon bis zu zwei Millionen Festbesucher profitieren. So ein Fest alle drei Jahre kann und soll sich Zürich leisten. Dass dabei jetzt vermehrt in die Sicherheit investiert wird, ist unumstritten. Auch dass der ZVV vom Züri Fäscht 900 000 Franken fordert, weil er ob der Menschenmassen die Bezahlung des Nachtzuschlags nicht kontrollieren kann, ist ein Stück weit nachvollziehbar.

Doch die Festlaune sollte das Kostenbewusstsein nicht trüben. So zu tun, als ob Billettkontrollen im ZVV während des Züri Fäschts völlig unmöglich wären, ist falsch. Es wirkt wie ein Freipass fürs Schwarzfahren. Da sollten Regierungsrat und ZVV andere Signale aussenden. Gleichzeitig sind realistische Lösungen nötig — und möglich: Dass die Züri-Fäscht-Macher jetzt erstmals seit 2004 die Getränkepreise anheben und dies teilweise als ZVV-Abgabe deklarieren, ist angesichts der steigenden Festkosten überfällig – auch wenn die relativ tiefen Getränkepreise nett waren. Weitere Finanzquellen sind bis 2019 zu erschliessen. Denn wo zwei Millionen Menschen zum Feiern zusammenkommen, sollte ein Fest ohne Defizit möglich sein.