Die Limmattalbahn steht kurz vor der Realisierung: Die Bauarbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen, die erste Etappe soll 2019 fertig sein, die zweite 2022. Der Kantonsrat hat am Montag ein klares Signal für eine zügige Umsetzung gegeben: Das Grossprojekt soll jetzt nicht an Details scheitern.

Ein solches Detail hat das Kantonsparlament nun abgehakt: Als Standort für das Tramdepot der Limmattalbahn ist das Dietiker Gebiet im Müsli vorgesehen. So hat es der Kantonsrat jetzt im kantonalen Richtplan verankert.

Das Unschöne daran: Wertvolles Ackerland wird zugebaut. Einmal mehr. Dietikon verliert damit zwar nicht gerade ein attraktives Naherholungsgebiet, denn das fragliche Gebiet im Müsli liegt direkt beim Rangierbahnhof. Doch Kulturland verschwindet. Das ist der Preis des Fortschritts.

Das Fortschrittliche daran: Mit der Limmattalbahn erhält die boomende Region ein Verkehrsmittel, mit dem das Ziel der Verdichtung in den urbanen Gebieten verkehrstechnisch sinnvoll zu bewältigen ist. Und: Das Kulturland wird nicht einfach ersatzlos zugebaut, sondern im Gegenzug muss ein altes Kiesabbaugebiet in Maschwanden zu Kulturland aufgewertet werden. Auch dies hat der Kantonsrat jetzt im Richtplan festgeschrieben.

Alles in allem eine vertretbare, zeitgemässe Lösung. Das Limmattal kann davon verkehrstechnisch profitieren. Und die Ökologie ist nicht der grosse Verlierer, wie von Vertretern der Grünen behauptet. Auch wenn manche es noch immer nicht wahrhaben wollen: Das Tram ist für einen funktionierenden, umweltgerechten urbanen Nahverkehr unabdingbar. Und es wäre falsch, das Projekt Limmattalbahn zu verzögern, nur weil der Depotstandort nicht hundertprozentig überzeugt.