Stefan Zehnder darf stolz sein: Seit zwanzig Jahren ist er Mitglied der Urdorfer Schulpflege und setzt sich für die Schulgemeinde ein. Deren Überleben haben er und seine Mitkämpfer nun gesichert. Sie haben das drohende Ende der Schulgemeinde erkannt, sich leidenschaftlich gewehrt und dabei alle Ortsparteien und den Gemeinderat besiegt. Die Volksmehrheit steht auf der Seite der Schulgemeinde. Zu diesem Erfolg muss man der Schulpflege und der gesamten Gegnerschaft der Einheitsgemeinde gratulieren.

Einen kleinen Achtungserfolg dürfen sich auch die Befürworter auf die Fahne schreiben. Denn sie haben mehr Ja-Stimmen gesammelt als noch bei der Abstimmung über die Initiative, die die Einheitsgemeinde überhaupt erst aufs Tapet brachte.

Angesichts der Ausgangslage überrascht dieser Ja-Stimmen-Zuwachs sogar: Denn die Befürworter wollten den Status quo ändern, was immer schwieriger ist als die Bewahrung des Alten. Doch die Befürworter haben es sich selber schwerer gemacht als nötig. Einheitliche Planung und Synergien sind sicher sinnvoll und überzeugen auch den einen oder anderen Stimmbürger. Doch das sind nicht Worte, die heutzutage im politischen Schlagabtausch die Mehrheiten verschieben. Mehr Lautstärke, mehr Volksnähe, das eine oder andere Plakat: Mit all dem hätte das Ja-Lager beim Volk mehr punkten können.

Doch blicken wir nach vorne: Nun sollen Gemeinderat und Schulpflege den intensiven Kontakt, den sie zuletzt hatten, weiterpflegen. Dann hat sich die Initiative für eine Einheitsgemeinde gelohnt und die grosse Vorarbeit war nicht für die Katz. Vor allem müssen die beiden Gremien aber das gute Verhältnis, das sie betonen, nach aussen tragen. Denn so richtig kauft man ihnen das noch nicht ab.

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