Zwei bis fünf Promille der Lohnsumme sollen Firmen künftig zur Finanzierung familienergänzender Kinderbetreuungsplätze beisteuern. So verlangt es die AL-Volksinitiative «Bezahlbare Kinderbetreuung für alle».

Zu viel, findet die bürgerliche Mehrheit im Kantonsrat. Sie lehnte die Initiative gestern ab. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten des Kantons Zürich. Ist es wirklich zu viel verlangt, dass Firmen einen finanziellen Beitrag zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie leisten?

Nein. Es liegt in ihrem eigenen Interesse, dass Arbeitskräfte ihren Beruf nicht aufgeben oder stark reduzieren, sobald Nachwuchs da ist. Deshalb braucht es Kinderkrippen — und zwar zu Tarifen, bei denen sich Eltern nicht fragen müssen, ob es sich überhaupt noch lohnt, weiter zu arbeiten.

Solange Krippen pro Monat mehrere Tausend Franken eines Zürcher Familienbudgets verschlingen, bestehen negative Erwerbsanreize. Die Folge: Ein Elternteil — zumeist die Mutter — reduziert das Arbeitspensum stark. Das ist nicht nur volkswirtschaftlich und hinsichtlich Gleichberechtigung problematisch.

Bezahlbare Krippenplätze mit gut ausgebildetem Personal dienen auch dem Kindswohl. Denn das gut betreute Zusammensein mit gleichaltrigen Kindern fördert die Sozialkompetenz. Investitionen in Kinderbetreuung lohnen sich also in mehrfacher Hinsicht, auch für Firmen. Fraglich ist noch, wie hoch sie sein sollten. Doch da lässt die AL-Initiative dem Regierungsrat ja einen Gestaltungsspielraum von zwei bis fünf Promille.