Kiloweise haben die Planer der Limmattalbahn die 229 Einsprachen gegen das Jahrhundertprojekt abgearbeitet. In einem Grossteil der Fälle kam es zum Handschlag zwischen Einsprechern und Planern und das Projekt wurde leicht abgeändert, um alle zufriedenzustellen. Die Rücksichtnahme verdient Respekt, weil sie oft über das gesetzliche Mindestmass hinausging: Statt stur auf abstrakten Normen und Paragrafen herumzureiten, gingen die Ingenieure raus zu den Leuten und erklärten vor Ort, warum es den Fahrleitungsmast gerade vor ihrem Haus braucht. Nichts da mit Elite und Fussvolk. Das allein sorgte schon für viel Verständnis bei den Einsprechern.

 Diese verdienen mindestens genau so viel Respekt wie die Planer. Die allermeisten Einsprecher gingen offenbar sehr konstruktiv zur Sache. Sonst hätten die Planer niemals so viele Vergleiche erzielen können. Es ist schön, auch mal wieder zu sehen, dass Einsprachen durchaus gewinnbringend sein können und nicht nur als reine Verhinderungsinstrumente taugen, als die sie etwa bei Fussballstadien schon mehrfach eingesetzt worden sind.

 Weniger erfreulich ist jedoch, dass die Planer nicht alle Wünsche der Einsprecher erhören konnten. Rücksichtnahme bietet sich eben doch nur da an, wo es nicht zu teuer und nicht zu kompliziert wird. Zudem ändert die Rücksichtnahme der Planer nichts daran, dass die betroffenen Limmattaler eine Bahn erhalten, die viele von ihnen an der Urne ablehnten. Doch mehr Kompromiss ist offenbar nicht möglich.