Podiumsveranstaltungen gehören zu einem Wahlkampf. So bietet sich Politikern die Chance, sich zu präsentieren, sich den Fragen aus der Bevölkerung zu stellen. Das Publikum erhält einen ungefilterten Eindruck von den Kandidaten. In Schlieren wollte der Verein Freizeit Schlieren eine solche Veranstaltung auf die Beine stellen, verzichtete jedoch darauf, weil das Wahlbündnis von SVP, FDP, CVP und EVP gewisse Bedingungen stellte. So sollten die Fragen im Voraus bekannt gegeben werden und die Limmattalbahn ein Tabuthema sein.

Selbstverständlich steht es Kandidaten und Parteien frei, an Veranstaltungen teilzunehmen oder sie auszulassen. Auch steht es ihnen offen, Bedingungen zu stellen oder nicht. Das Beispiel in Schlieren ist jedoch aus mehreren Gründen fragwürdig. So hätte es sich nicht um eine von vielen Podiumsveranstaltungen, sondern um die einzige gehandelt. Einen anderen Schlagabtausch zwischen Parteien und Kandidaten gibt es nicht.

Zweitens: Acht Kandidaten wollen sich in die Exekutive wählen lassen. Dazu müssen sie sich den Fragen der Wähler stellen, denn diese sind ihre künftigen Vorgesetzten. Eine Einschränkung des Themenspektrums ist heikel, da – drittens – unbequeme Themen so umschifft werden können. Doch ist es genau bei heissen Eisen wie der Limmattalbahn zentral, dass die Wähler die Positionen ihrer Exekutivpolitiker kennen und vergleichen können. Denn: Um die für sie richtige Wahl zu treffen, braucht es den Vergleich.