Kommentar

Forschung darf auch Millionen kosten

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger versprach sich vom Forschungsprojekt Erkenntnisse zur Behandlung chronischer Krankheiten. (Symbolbild)

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger versprach sich vom Forschungsprojekt Erkenntnisse zur Behandlung chronischer Krankheiten. (Symbolbild)

Es war ein forsches Ansinnen, mit dem der freisinnige Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger gestern im Zürcher Kantonsrat scheiterte: 20 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds wollte er locker machen für ein Forschungsprojekt namens «Hopp Zürich», mit dem die Entwicklung des Gesundheitszustands von 20 000 Zürcherinnen und Zürchern über die nächsten 20 bis 25 Jahre untersucht werden sollte. Heiniger versprach sich davon Erkenntnisse zur Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten. Diese gehen ins Geld. So gesehen hätte sich die Investition in die Forschung durchaus lohnen können, auch wirtschaftlich.

Allein, der Kantonsrat wollte nicht. Der Lotteriefonds sei die falsche Geldquelle, hiess es von der SVP bis zur SP. Ausser der FDP lehnten alle Parteien das Ansinnen ab. Formell hat die Mehrheit wohl recht: Es ist zumindest fragwürdig, wenn Projekte, die im normalen Budgetprozess derzeit kaum Chancen auf Bewilligung haben, über die Hintertür via staatlichen Lotteriefonds finanziert werden. Würde dies Schule machen, wäre die sozial ausgewogenere Finanzierung staatlicher Leistungen via Steuern ausgehebelt.

Doch ebenso fragwürdig ist es, wenn eine unheilige Koalition der Bedenkenträger aus rein formellen Gründen ein spannendes, sinnvolles Forschungsprojekt von vornherein blockiert. Forschung darf auch Millionen kosten. Vor allem, wenn die Chance besteht, dadurch das massive Kostenwachstum im Gesundheitswesen einzudämmen, das uns alle Milliarden kostet.

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