Zürichs Formel-E-Premiere im Juni war ein grosser Publikumserfolg. Doch der Zürcher Stadtrat legt gegen eine Neuauflage im nächsten Jahr sein Veto ein. Bei den Fans, die das Autorennen zu Hunderttausenden vor den Fernsehern und an der Rennpiste verfolgten, wird dieser Entscheid auf Kritik stossen. Ebenfalls bei jenen, die sich von dem Rennwochenende nachhaltigen Schub für ein Umsteigen auf ökologisch sinnvolle Elektroautos versprachen. Bei den Anwohnern im Zürcher Enge-Quartier dürfte sich hingegen Erleichterung breitmachen: Mehr als einen Monat lang hatten sie wegen eines einstündigen Autorennens im Ausnahmezustand leben müssen. Strassen waren wochenlang gesperrt, Velowege umgeleitet. Hinzu kamen nächtliche Bauarbeiten. Und das alles in der Gegend, die durch diverse Grossveranstaltungen am Seebecken ohnehin schon stark belastet ist. Auch das alle drei Jahre stattfindende Züri-Fäscht, das nächstes Jahr wieder einmal fällig ist, sorgt für wochenlange Auf- und Abbauarbeiten. Da kann es ganz gut tun, wenn Zürich 2019 auf das Formel-E-Rennen verzichtet. Zumal die Veranstalter ohnehin nicht nur auf die Limmatstadt fokussiert sind und mit Bern schon eine valable Alternative startklar ist. So verschafft sich der Zürcher Stadtrat Luft, um zusammen mit den Formel-E-Machern die richtigen Lehren aus der diesjährigen Premiere zu ziehen. Ein Grossanlass wie das Formel-E-Rennen hat in Zürich durchaus seine Berechtigung. Aber er muss nicht jedes Jahr dort stattfinden. Gut für alle wäre ein freundeidgenössischer Turnus mit anderen Städten.