Das Schlieremer Parlament hat in seiner letzten Sitzung ein klares Signal gesendet: Die Mehrheit der Gemeinderäte will nichts davon wissen, aus dem Chilbiplatz, der einst Limmattalbahn-Haltestelle sein wird, eine kleine, grüne Oase zu machen. Der Stadtrat plante dort mit 80 Bäumen ein schattiges Pärkchen. Das Parlament will lieber ein Hochbauprojekt. Statt auf Grünfläche setzt es auf Verdichtung. Das ist zumindest aus einem Grund gut nachvollziehbar: Wenn die Stadt auf dem Chilbiplatz Wohnungen baut, gibt es mittelfristig Rendite.

Trotzdem gilt es, die zukünftige Nutzung des Platzes sorgfältig zu planen. Denn in einer derart rasant wachsenden Stadt wie Schlieren ist Freiraum eines der höchsten Güter. Ist ein Platz einmal verbaut, bekommt man ihn nicht mehr zurück. Eine punktuelle Verdichtung ist zwar auf jeden Fall wünschenswert – dabei darf aber nicht vergessen gehen, dass eine Stadt auch genug Luft zum Atmen braucht.

 Schlieren war einst weitherum bekannt für seine Hässlichkeit. Auto-Occasionshändler, Verkehr und Industrie dominierten das Bild. Heute hat Schlieren einen Plan und ein Stadtentwicklungskonzept, das durchdacht ist und von Experten gelobt wird. Die Stadt ist attraktiver geworden für Investoren, für Start-ups und für gut verdienende Neuzuzüger. Schlieren liegt im Trend. Damit das weiterhin so bleibt, ist es wichtig, bei der Verdichtung nicht zu überborden. Es gilt, an das Wohl der Bevölkerung zu denken und nicht einzig an die Rendite. Denn eine zufriedene Bevölkerung, die gern in ihrer Stadt wohnt, trägt letztlich auch dazu bei, dass diese prosperiert.