Dieses Buch, das Sie da lesen, hat mein Leben verändert. Es ist der Grund, warum ich heute in der Schweiz lebe.» Ich blicke gespannt auf und lächle mein Gegenüber an: Vor mir sitzt ein etwa 35-jähriger Mann. Seine dunkelbraunen Augen sehen mich freundlich an. Seine tiefe Stimme ist geprägt von einem spanischen Akzent. «Ich habe Coelhos ‹Alchimist› auf Spanisch, Deutsch und Englisch gelesen», sagt er mir weiter. Und so fängt ein interessantes Gespräch an, in welchem mir der Peruaner seine ganze Lebensgeschichte erzählt. Er berichtet mit Begeisterung von seinem Heimatland im Westen von Südamerika. Und von der Schweiz. Hier durfte er sich ein neues Leben aufbauen.

Während er redet, kann ich seine positive Energie spüren. Ich kann erkennen, dass er seine Träume lebt und an das Gute im Universum glaubt. Dass Angst ihn nicht daran hindert, seine Wunschträume zu verwirklichen. Er weiss, dass er es verdient, glücklich zu sein – genau wie wir alle eigentlich. Sein Mantra ist es, der Stimme des Herzens zu folgen, indem er sich Dinge getraut, unvernünftig ist und immer wieder seine Komfortzone verlässt.

Nachdem wir uns im Zug verabschiedet haben, bin ich voller Energie und erfüllt von Freude. Ich umklammere das Buch fest mit beiden Händen und bin glücklich darüber, dass es mir diese Begegnung geschenkt hat. Und ich überlege mir, wie lange ich noch mutig und unvernünftig sein werde, bevor mich das Bedürfnis nach Sicherheit einholt: Hier, im nüchternen Schweizer Alltag.