Kommentar

Ein Rückschritt für Mensch und Hund

Der Kantonsrat will die obligatorischen Hundekurse abschaffen. (Symbolbild)

Der Kantonsrat will die obligatorischen Hundekurse abschaffen. (Symbolbild)

Schon merkwürdig: Da haben sich vor noch nicht einmal zehn Jahren 80 Prozent des Stimmvolks für ein strengeres Zürcher Hundegesetz ausgesprochen. In der Folge wurden Kurse für Hundehalter obligatorisch. Und gemäss einer Studie erachtet die grosse Mehrheit der Kursbesucher die Kurse als sinnvoll. Dennoch ist der Kantonsrat jetzt drauf und dran, die Hundekurs-Pflicht wieder abzuschaffen. Federführend ist dabei mit der SVP ausgerechnet jene Partei, die Volksentscheide sonst gerne für unantastbar erklärt, flankiert vom Freisinn und der CVP.

Was nun droht, ist ein Rückschritt für Mensch und Hund. Die Freiheit der Hundehalter wird damit über die Freiheit ihrer Mitmenschen gestellt, die mit gutem Recht erwarten dürfen, dass ein Hundehalter weiss, wie er mit seinem Tier umgehen muss, damit es nicht zur Gefahr für andere wird. Es dient auch dem Wohl des Tieres, wenn sein Halter über eine artgerechte Haltung Bescheid weiss. Die Kurse tragen dazu bei.

Wenn CVP-Kantonsrat Josef Widler nun sagt, dass gefährliche Katzenbisse häufiger seien als Hundebisse, so sollte nicht vergessen gehen, was am Anfang dieser Debatte stand: Drei Pitbulls hatten 2005 in Oberglatt einen sechsjährigen Bub auf dem Weg zum Kindergarten zu Tode gebissen. Es war ein Einzelfall. Doch er zeigte, dass von Hunden bei schlechter Haltung im Extremfall tödliche Gefahr ausgehen kann. Daher ist es vernünftig, gerade von Hundehaltern fundiertes Wissen über den angemessenen Umgang mit ihren vierbeinigen Lieblingen zu verlangen. Das kommt Mensch und Hund zugute.

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