Nun ist auch noch das letzte Geheimnis um den Ausbau der Nordumfahrung gelüftet: Der neue Autobahnanschluss Weiningen wird 200 Meter weiter Richtung Westen verschoben. Dies haben das Bundesamt für Strassen (Astra) und die Gemeinde Weiningen der Öffentlichkeit am Dienstagabend mitgeteilt. Die vorliegende Lösung ist das Ende eines langen Streits um den neuen Standort. Weiningen forderte ursprünglich, der Anschluss solle 600 Meter weiter weg vom Dorf verschoben werden. Das Astra plante nur mit 160 Metern. Im Jahr 2014 verpflichtet das Bundesgericht das Astra schliesslich dazu, diverse Varianten für den Anschluss zu prüfen – inklusive dessen mögliche Aufhebung.

Mit dem Kompromiss von 200 Metern können nun beide Parteien gut leben. Gemeindepräsident Hanspeter Haug spricht von einer «siedlungsverträglichen Variante» und sagt gar, man habe nun das Optimum getroffen. Der Kompromiss ist aber auch symptomatisch für die nun bereits mehr als 15 Jahre dauernde Episode um den Ausbau der Nordumfahrung, während der das Astra und die Gemeinde Weiningen teilweise mit harten Bandagen gekämpft haben – und denen es schliesslich doch gelang, sich in den wichtigen Fragen auf Lösungen zu einigen, die beidseitig vertretbar sind. Das war nicht nur beim Autobahnanschluss so, das war vor allem auch bei der Frage der Überdachung des Gubristportals so: Weiningen wollte 270 Meter, das Astra wollte keinen «Deckel», geeinigt hat man sich auf 100 Meter. Weiningen hat gezeigt: Es lohnt sich, nicht zu schnell aufzugeben. Es lohnt sich aber auch, irgendwann einzulenken.

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