Zwei CVP-Sitze plus je ein Sitz für SVP, FDP, EVP, Grüne und SP: Diese neue Konstellation im Dietiker Stadtrat wird einiges verändern. Insbesondere die CVP, die bisher nur mit Rolf Schaeren im Stadtrat vertreten war, sowie Heinz Illi von der EVP, dürften künftig das Zünglein an der Waage sein. Vor allem dann, wenn der FDP- und der SVP-Stadtrat die Stimmen des Grünen und des SP-Stadtrats neutralisieren und umgekehrt.

Bisher konnten sich FDP und SVP mit ihren vier Sitzen jeweils komfortabel durchsetzen, wenn sie sich einig waren. Neu wird der Stadtrat etwas unberechenbarer. Gleichzeitig kann die neue, noch grössere Meinungsvielfalt viel Positives bewirken. Denn sie ist ein guter Nährboden für intensive Diskussionen und eine konstruktive Zusammenarbeit.

Ob all der Euphorie, die nun ausserhalb der FDP und der SVP herrscht, darf man aber eines nicht vergessen: Der parteilose Limmattalbahngegner Bernhard Schmidt wurde gestern um ein Haar in den Stadtrat gewählt. 23 Stimmen fehlten. Das sind bei tausenden Wählern so wenig, dass man das Resultat eigentlich einen Zufall nennen könnte. Zusammen mit Schmidt ebenfalls knapp nicht gewählt wurden Roger Brunner (SVP) – mit nur 26 Stimmen Unterschied – und Martin Romer (parteilos, ehemals FDP), dem 89 Stimmen fehlten. Dass das Dietiker Volk nun linker oder Limmattalbahn-freundlicher geworden ist, lässt sich also nicht sagen – zumal die Linke gestern dank «No Billag» mehr Wähler mobilisieren konnte als auch schon.

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