Nordumfahrung

Die Hartnäckigkeit hat sich ausbezahlt

Bettina Hamilton-Irvine
Nach dem Ausbau der Zürcher Nordumfahrung auf sechs Spuren plant der Bund ein Verkehrsregime, zu dem auch Temporeduktionen gehören. Generell sei aber hohe Geschwindigkeit vorgesehen. zvg

Nach dem Ausbau der Zürcher Nordumfahrung auf sechs Spuren plant der Bund ein Verkehrsregime, zu dem auch Temporeduktionen gehören. Generell sei aber hohe Geschwindigkeit vorgesehen. zvg

Die Zürcher Nordumfahrung ist chronisch überlastet: Sie soll deshalb bis ins Jahr 2025 von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. Am Montag hat das Bundesamt für Strassen (Astra) die Hauptarbeiten offiziell eröffnet.

Dass der Gubrist der strahlende Star im medialen Fokus ist, kommt selten vor. Zwar ist er, wie der Direktor des Bundesamts für Strassen sagt, der «berühmteste Tunnel der Schweiz» – doch aus wenig erfreulichem Grund. Man kennt ihn vor allem aus Staumeldungen: Insgesamt fast 6000 Stunden Stau kommen auf der Zürcher Nordumfahrung pro Jahr zusammen. Darüber freut sich niemand: weder die Autofahrer noch die Umwelt, noch die Bevölkerung in der Umgebung, die unter Emissionen und Ausweichverkehr leidet.

Am gestrigen offiziellen Startschuss zum Ausbau der Nordumfahrung auf sechs Spuren und dem Bau der dritten Gubriströhre standen aber für einmal positive Gefühle im Zentrum: Bundesrätin Doris Leuthard sprach von einem «Highlight» und «einem Freudentag für die ganze Schweiz». Mit einem «Vorzeigeprojekt» wolle man künftigen Generationen das Stauproblem ersparen.

Aus Weininger Sicht ist das vorliegende Projekt ein Kompromiss – und das Resultat eines jahrelangen Kampfs, der bis vor das Bundesgericht führte. Denn die am Südportal des Tunnels gelegene Gemeinde wünschte sich, dass ihre Bevölkerung mit einer 270 Meter langen Portalüberdeckung besser vor der meistbefahrenen Autobahnstrecke der Schweiz geschützt wird. Dies hat sie zwar nicht ganz erreicht: Aber die nun vorgesehene 100 Meter lange Abdeckung ist im Vergleich zum ursprünglichen Projekt ohne «Deckel» eine markante Verbesserung. Und auch der Halbanschluss soll gemäss dem Weininger Vorschlag, der vom Bundesgericht positiv beurteilt wurde, vom Dorf weg verschoben werden. So hat die kleine Gemeinde dank ihrer Hartnäckigkeit zwar nicht alles erreicht, aber vieles. Und darf dem Ausbau der Nordumfahrung nun gelassen entgegenblicken.

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Bettina Hamilton-Irvine

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