Neun Stadträte sind zu viele, finden etwas über 3000 Zürcherinnen und Zürcher. Mit der Volksinitiative «7 statt 9» wollen sie die Zürcher Regierung verkleinern und der Stadt so mehr finanziellen Spielraum für wichtige Infrastruktur- oder etwa Bildungsprojekte verschaffen. Ähnliche Vorstösse sind in den letzten Jahrzehnten in vielen Gemeinden debattiert worden – jede fünfte hat ihre Exekutive tatsächlich verkleinert.

Die Argumente ähneln sich meist: Eine schlanke, effiziente Verwaltung und eine günstigere Regierung propagiert die eine Seite; die andere warnt vor einer Überbelastung der Regierung und den daraus folgenden Problemen, die Posten zu besetzen. Eine Stadt wie Zürich wird kaum Gefahr laufen, wegen einer Verwaltungsreform keine Anwärter auf Regierungsposten mehr zu finden. Und wenn die Stadt Bern von fünf Personen regiert werden kann, sollte dies auch in Zürich mit sieben Stadträtinnen und Stadträten möglich sein. Es lohnt sich also, die Forderung der Volksinitiative zumindest zu prüfen.

Doch sollte man sich dabei nicht von finanziellen Verlockungen den Blick aufs Ganze vernebeln lassen. Denn zum einen ist es unter Politologen umstritten, ob eine Verwaltung unter einer kleineren Regierung günstiger ist. Und zum anderen nützt es den Stadtbewohnern wenig, wenn bei der Exekutive gespart wird, aber deren Departemente schlecht funktionieren. Am Ursprung aller Überlegungen um eine Änderung der Zürcher Gemeindeordnung muss also der Wille stehen, eine möglichst effiziente, gut strukturierte Verwaltung zu schaffen.

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