Was macht eine Werbung zur Wahlwerbung? Wenn eine Partei und deren Kandidaten für die Stadtratswahl am 4. März draufstehen, meint die SP Dietikon. Sicher stellte sich Gemeinderat und SP-Parteipräsident Manuel Peer nicht vor, dass die SVP das anders sehen könnte. Es handle sich lediglich um eine Auflistung kommender Veranstaltungen, an denen man eben auch die Kandidaten treffen könne. Ein Wahlplakat sei das deshalb noch lange nicht, meint SVP-Präsident Rochus Burtscher. Wahlwerbung auf privatem Grund – und um eine solche geht es – darf gemäss Stadtverordnung erst ab dem 19. Januar gemacht werden. Darüber setze sich die SVP hinweg, ärgert sich die SP und verlangt, dass die Stadt aktiv wird und die Plakate entfernen lässt.

Damit kommt der Stadt nun die interessante Rolle der Textinterpretin zu. Nach welchen Kriterien wird sie entscheiden? Nach Schriftgrösse, Farbgebung, Textmenge, verwendeten Fotos? Wird sie Linguistik-Experten oder die drei SVP-Stadträte befragen? Oder wird sie das Problem einfach aussitzen? Schliesslich hat es sich in 35 Tagen von selbst erledigt.

Wenn die Stadt klug ist, stellt sie sich diese Fragen erst gar nicht und lässt der SVP durch Sicherheitsvorstand Heinz Illi (EVP) schnell in die Parade fahren – zumal das Wegstellen der Plakate für diese wenigen Tage nicht viel Aufwand ist. Das verhindert Präzedenzfälle für die kommenden Wahlkämpfe. Manchmal sollte eben auch der bestraft werden, der zu früh kommt.