Kommentar

Die Branche braucht eine Versicherung

Dem Kryptomarkt fehlt eine Diebstahlversicherung.

Dem Kryptomarkt fehlt eine Diebstahlversicherung.

Die Region zwischen Zürich und Zug nennt sich Crypto Valley. In dieser Region sitzen nämlich Entwickler, Unternehmer, Investoren und Juristen, die sich mit digitalen Währungen befassen. Sie machen die Schweiz zum Spitzenreiter, wenn es um diese neue Technologie geht. Neben einem bundesrätlichen Gremium, das sich um die «liberale Regulierung» des aufstrebenden Marktes bemüht, hat die unabhängige Branchenorganisation Crypton Valley Association einen Verhaltenskodex für Initial Coin Offerings – die Finanzierung von Start-ups mit digitalen Währungen – verfasst. Das ist gut und recht. Aber darüber hinaus braucht dieser Sektor auch Sicherheiten.

Digitale Währungen sind als Reaktion auf den Zusammenbruch der Finanzmärkte 2008 entstanden. Verzeichneten die neuen Währungen anfänglich Werte von wenigen Cents, kostete diese Woche ein Bitcoin zeitweise mehr als 13'000 Franken. Ein boomender Markt hat, wie jede Münze, zwei Seiten: Die virtuellen Handelsplattformen für diese Währungen ziehen Kriminelle und Hacker an, weil es für die Besitzer der Kryptowährungen keine Sicherheiten gibt. Wird digitales Geld gestohlen, ist es weg.

Der lancierte Verhaltenskodex soll den legalen und moralischen Ablauf der neuen Finanzmittelbeschaffung sicherstellen. Die Finanzkrise aber zeigte: Wo es etwas zu holen gibt, ist Unmoral und Gier nicht weit weg. Was der Kryptomarkt neben einem Sittenbuch bräuchte, ist eine Diebstahlversicherung. Die Idee böte Potenzial für einen weiteren Boom aus dem Crypton Valley.

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