Sie fiel denkbar knapp aus, die Abstimmung im Schlieremer Gemeinderat über den seit Jahren geplanten Skatepark im Zelgliquartier. Widerstand war absehbar, war die Vorlage im Lauf der Jahre doch auf einen Kompromiss heruntergehandelt worden, mit dem am Ende niemand so recht zufrieden war. Die langen und zähen Verhandlungen mündeten dank einem Grüppchen standhafter Einsprecher aus dem Quartier in einem Regelwerk, das in der Tat fast absurd daherkam. Keine Musik, restriktive Öffnungszeiten, regelmässige Kontrollen, das Einrichten einer Lärm-Hotline, die Option auf Umzäunung: Dass es auf dieses Betriebsreglement Kritik von links bis rechts hagelte, konnte kaum erstaunen.

Und dennoch: Dass die Schlieremer Jugend einen Ort braucht, an dem sie sich austoben kann, ohne sofort verscheucht zu werden, darüber herrschte im Parlament vor sechs Jahren seltene Einigkeit. Seither ist kein solcher Ort entstanden, doch die Einwohnerzahl – und mit ihr die Anzahl Jugendlicher – wuchs munter weiter. Und wie reagiert der Gemeinderat darauf? Er vergeudet offenbar lieber Steuergelder in Form bereits getätigter Investitionen und nun nutzloser Planungs- und Verhandlungsarbeit, als den Jungen die versprochene Anlage zu bewilligen – oder aber dem Nein zum Skatepark zumindest konkrete Alternativen gegenüberzustellen.

Den Jugendlichen nützt es wenig, wenn die bürgerlichen Politiker lieber ein «sinnvolleres», aber rein hypothetisches Projekt unterstützen würden. So bleibt am Schluss nur die Hoffnung: Dass mit dem Skatepark nicht auch das parlamentarische Versprechen, einen Ort für die Jugend zu schaffen, beerdigt wurde.

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