Welch ein Meinungsumschwung: Vor drei Jahren hatte sich noch eine Mehrheit des Limmattaler Stimmvolks gegen die Limmattalbahn ausgesprochen. Jetzt stimmt auch das Limmattal für die Bahn. Was ist passiert? Zum einen dies: Die Diskussion um das Gesamtverkehrsprojekt ist in den letzten drei Jahren im Limmattal weiter fortgeschritten. Ebenso die Siedlungsentwicklung. Offenbar ist dabei der Mehrheit klar geworden, dass Verdichtung und Verstädterung nicht a priori des Teufels sind. Vielmehr kommt es darauf an, die Entwicklung umsichtig zu gestalten. Dass dies gelingen kann, zeigt das Beispiel Schlieren, wo der Bau der ersten Limmattalbahn-Etappe und die damit verbundene Umgestaltung des Stadtzentrums schon gut sichtbar sind. Das dürfte auch die Ängste in den anderen Limmattaler Gemeinden mit abgebaut haben.

Zudem ist wohl vielen zunehmend klar geworden, dass das Bevölkerungswachstum im Limmattal ohnehin stattfindet – und dass es sinnvoll ist, dieses Wachstum durch eine gute Erschliessung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu steuern. Ansonsten droht der motorisierte Individualverkehr sich selbst im Endlosstau lahmzulegen – und die Agglomerationsgemeinden zu ersticken.

Nicht zuletzt ist das gestrige Abstimmungsergebnis auch ein Sieg der Demokratie. Schliesslich hatten die Stimmberechtigten des Kantons Zürich der Limmattalbahn schon vor drei Jahren klar zugestimmt. Über eine solche demokratische Mehrheit hinwegzugehen, wäre falsch. Das hat nun auch die Mehrheit der Limmattaler Stimmberechtigten zum Ausdruck gebracht.