Seit der Jahrtausendwende wälzt Zürich Pläne für den Bau eines neuen Hardturmstadions: Erst setzte die Credit Suisse als Investorin auf ein Stadion, das sie durch ein darunter liegendes Einkaufszentrum finanzieren wollte. Das Volks sagte Ja, doch Rekurse verzögerten das Projekt, ehe die CS schliesslich aufgab. Dann die Kehrtwende: Die Stadt wollte ein neues Hardturmstadion allein finanzieren und daneben gemeinnützige Wohnungen erstellen. Nur: Dem Stimmvolk waren die fürs Stadion veranschlagten 216 Millionen Franken zu viel. Es lehnte den Kredit ab, bewilligte jedoch die gemeinnützigen Wohnungen. Jetzt der Kompromiss: Ein Fussballstadion soll entstehen, daneben östlich gemeinnützige Wohnungen, westlich zwei renditeträchtige Hochhäuser. Es ist dies der gemeinsame Nenner aus 15 Jahren bislang vergeblicher Planung für ein neues Fussballstadion auf dem Hardturmareal.

Für GC und FCZ geht es ums finanzielle Überleben, wie die Vereinsoberen gestern beteuerten. Sie könnten über Werbeeinnahmen, Catering und die Namensrechte am neuen Stadion endlich etwas verdienen – falls sie so lange durchhalten. Wie lange es dauert, bis der Ball im neuen Stadion rollt, ist jedoch offen. Der Gestaltungsplan und die Konditionen, zu denen die Stadt den Investoren das Hardturm-Areal überlässt, führen zu mindestens einer, vielleicht auch zwei Volksabstimmungen – von Rekursen ganz zu schweigen. Und: Steht bis 2020 kein Stadionprojekt, hat die CS ein Rückkaufsrecht für das Hardturmareal. Diesmal ist es wohl wirklich Zürichs allerletzte Chance, ein neues Fussballstadion zu erhalten. Die Stadt sollte sie nutzen.

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