Grobschlächtige Gorillas, die lieber draufhauen als schlichten – dieses Bild haben viele Nachtschwärmer vom Security-Personal in den Klubs. Teilweise zu Recht. Gleichzeitig besteht eine grosse Nachfrage nach Sicherheitsdienstleistungen. Der Kantonsrat hat nun beschlossen, diese Branche stärker zu reglementieren. Sein Gesetz besagt, dass für solche Sicherheitsaufgaben nur Personen angestellt werden dürfen, die ein sauberes Strafregister haben. Einen Beitritt zu einem Deutschschweizer Konkordat über private Sicherheitsdienstleistungen lehnte der Rat jedoch klar ab – wie vor ihm schon acht andere Kantone.


Sie alle haben damit auch gewissenhaften Security-Firmen einen Bärendienst erwiesen. Eine einheitliche Deutschschweizer Reglementierung im Konkordat hätte für sie eine grosse Erleichterung bedeutet. Weil aber einige Kantone eine eigene Lösung wählten, müssen die Firmen für ihre Angestellten weiterhin für jeden Nicht-Konkordats-Kanton eine eigene Arbeitsbewilligung einholen. Das bedeutet einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand.

Die Eigenbrötlerei der Kantone führt aber auch dazu, dass im Zürcher Nachtleben schlecht ausgebildete und womöglich gar straffällig gewordene Türsteher kaum auszumerzen sind. Denn in nicht reglementierten Kantonen wie Zug finden auch Securitys eine Anstellung, die nach Zürcher Richtlinien nicht als solche arbeiten dürften. Das Binnenmarktgesetz erlaubt es aber Sicherheitsfirmen aus solchen Kantonen, hier tätig zu sein. So führt der Kantönligeist also gar dazu, dass auswärtige Firmen dem Ruf der hiesigen Branche schaden.