Vor wenigen Jahren tauchten erstmals seit langem wieder vereinzelt Biber im Zürcher Limmattal auf. Inzwischen ist das zweitgrösste Nagetier hier heimisch geworden: Vier Biberreviere stellt die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung im Rahmen ihres gestern präsentierten Bibermonitorings entlang der Limmat zwischen der Aargauer Kantonsgrenze und der Zürcher Stadtgrenze fest. Drei davon entstanden in den Jahren 2014 bis 2017. Und: Dieses Jahr gab es erstmals Bibernachwuchs im Zürcher Limmattal. Auch gesamtkantonal haben die Biberbestände markant zugenommen – besonders im Glattal. Mit anderen Worten: Der bis in die 1990er-Jahre praktisch ausgerottete Biber ist kein Exot mehr. Er ist wieder heimisch geworden.

Das ist vor allem ein Grund zur Freude. Denn wo Biber leben, nimmt die Artenvielfalt zu. Und: Nach jahrzehntelangem Raubbau an der Natur scheint es selbst in der dicht besiedelten Zürcher Agglomeration zu gelingen, Gewässer so zu gestalten, dass Tiere wie der Biber zurückkehren. Der grosse Nager gestaltet kräftig mit: Er schafft seinerseits Lebensräume für Eisvögel, Kröten, Ringelnattern oder auch Wattvögel.

Gewiss, seine Dämme können auch Schäden verursachen, etwa für die Land- und Forstwirtschaft sowie für Gemeinden. Doch diese halten sich in Grenzen: Der Regierungsrat bezifferte sie für den Zeitraum 2012 bis 2016 auf insgesamt gut 57'000 Franken. Das Mehr an Lebensqualität, das Renaturierungen gerade in der Agglomeration mit sich bringen, überwiegt diese Kosten bei weitem.