Es gibt kaum einen Verein, der das Problem nicht kennt: Es wird zunehmend schwieriger, Freiwillige für die Präsidien und den Vorstand zu finden. Erstaunlich ist das nicht: Gesucht werden Leute, die bereit sind, sich zu engagieren und viel Zeit und Energie in ihre Aufgabe zu investieren. Die freie Abende und Wochenenden hergeben. Die Lösungen finden, neue Konzepte erarbeiten, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, managen. Und das alles gratis und franko. Wer hat dafür heute noch Zeit?

Auch der Jazzclub Oberengstringen, der ebenfalls als Verein organisiert ist, kann davon ein Lied singen. Weil gleich vier der acht langjährigen Vorstandsmitglieder, darunter Präsident Martin von Aesch, sich zurückziehen und der Club monatelang so verzweifelt wie erfolglos Nachfolger suchte, sah man sich schon mit dem baldigen Tod der mittlerweile 28 Jahre alten Institution konfrontiert. Das Bedauern war rundum gross: Niemand wollte, dass der Jazzclub stirbt. Selbst diejenigen nicht, die ihn selten bis nie besuchen. So wurde von Aesch von Beileidsbekundungen überschwemmt. Aber sich im Vorstand engagieren, das wollte dann doch niemand.

Bis Michael Heisch, Richard Druham und Claudia Schreiber auftauchten und sich bereit erklärten, dem Jazzclub ihre Zeit zu schenken. Damit zeigen sie nicht nur Herz für das Konzertlokal, sondern auch für die Menschen im Limmattal. Mit ihrem freiwilligen Engagement beweisen sie, dass grossartige Projekte überleben können, wenn Menschen sich dafür einsetzen, um anderen eine Freude zu machen. Davon dürfen wir uns alle inspirieren lassen.

bettina.hamilton-irvine@azmedien.ch