Nach 13 Jahren wird der Seelsorgeraum Dietikon-Schlieren aufgelöst. Mit 16 000 Mitgliedern ist er nicht nur der grösste seiner Art im Bistum Chur. Er ist auch zu gross, um von einem einzigen Pfarrer geleitet zu werden. Darin sind sich der Bischof in Chur und die Kirchenpflegen in Schlieren und Dietikon einig. Und bei rund 140 Beerdigungen pro Jahr, 10 Gottesdiensten pro Woche und zahlreichen anderen Aufgaben leuchtet es auch dem Laien ein, dass hier der fleissigste Pfarrer an seine Grenzen stösst.

Der Zusammenschluss mehrerer Pfarreien ist grundsätzlich wohl die richtige Antwort auf den Priestermangel der katholischen Kirche. In Dietikon und Schlieren bewirkte er aber genau das Gegenteil: Die mit der Grösse des Seelsorgeraumes einhergehende Arbeitsbelastung macht es nicht einfacher, sondern schwieriger, die Stelle zu besetzen. Kommt hinzu, dass die hiesigen Katholiken anscheinend nicht so richtig warm geworden sind mit dem übergeordneten Seelsorgeraum. Zu stark identifizieren sie sich mit ihren Pfarreien, die sich über die Jahrhunderte in Dietikon und Schlieren entwickelt haben. Diese organisch gewachsenen Institutionen mit ihren kulturellen Unterschieden unter dem Dach eines künstlichen Konstrukts zu vereinen, ist schwierig – und bringt vor allem wenig.

Dem Seelsorgeraum Dietikon-Schlieren muss darum nicht nachgeweint werden. Immerhin hat das Limmattaler Pilotprojekt gezeigt, wo die Grenzen solcher Zusammenschlüsse sind. Und der Grund für sein Ende ist für die katholische Kirche ja durchaus erfreulich: die rasante Zunahme der Mitgliederzahlen in den beiden Städten.

Artikel: Die Auflösung des Seelsorge-Raums Dietikon-Schlieren.