Kommentar

Das Timing könnte besser sein

Jüngst machte der Schlieremer Stadtrat bekannt, dass die Rabatte für familienergänzende Kinderbetreuung reduziert werden. (Symbolbild)

Mit zwei Massnahmen will die Stadt bei der Kinderbetreuung und beim betreuten Wohnen im Alter sparen. Das Timing dafür irritiert.

Sparen tut weh. Dies muss auch der Schlieremer Stadtrat feststellen. Jüngst machte er bekannt, dass die Rabatte für familienergänzende Kinderbetreuung reduziert und die Mieten für betreutes Wohnen erhöht werden. Umgesetzt werden diese beiden Massnahmen im Rahmen des Entlastungsprogramms. Mithilfe dessen soll der Finanzhaushalt der Stadt langfristig saniert werden. Noch hält sich die an den Wahlen erstarkte Linke zurück, doch dürften ihr diese beiden Massnahmen sehr missfallen. Da sie sich stark für Familien und Ältere einsetzt.

Selbst Linke müssen anerkennen, dass sich der Stadtrat in beiden Dossiers mit abfedernden Massnahmen um Ausgewogenheit bemühte. So soll verhindert werden, dass Betroffene mit geringer Einkunft die leidtragenden sind. Was jedoch für Irritation sorgen dürfte, ist das Timing. Erstens fielen diese wohl unbeliebten Entscheide sehr kurz nach der Gesamterneuerungswahl vom März. Wahlstrategische Terminplanung könnte ein Grund dafür sein. Weiter würden es Mitte-links-Wähler und deren Volksvertreter wohl eher goutieren, wenn gleichzeitig mit dieser Sparrunde der Rotstift auch anderswo angesetzt worden wäre. Nicht nur bei Familien und Alten.

Gut möglich, dass die Stadt dies in den kommenden Wochen und Monaten vorhat. Schliesslich wurden im Rahmen des Entlastungsprogramms rund 350 Vorschläge zum Sparen aus der Verwaltung an die Exekutive herangetragen. Dass darunter ein Vorschlag zu finden ist, der auch Zugeständnisse von Gutverdienenden und erfolgreichen Unternehmen fordert, wäre nur fair.

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