Kommentar

Das nützt nicht nur den Flüchtlingen

Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Asylsuchende sollen beispielsweise bei Gemüsebauern arbeiten können (Symbolbild)

Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Asylsuchende sollen beispielsweise bei Gemüsebauern arbeiten können (Symbolbild)

Arbeit gehört zum Leben. Sie gibt uns einen geregelten Tagesablauf, eine Struktur und das gute Gefühl, dass wir etwas beitragen können.

Wie wichtig dies ist, hat jüngst die Stadt Uster erkannt. Beinahe alle erwachsenen Asylsuchenden, deren Asylentscheid noch nicht gefällt wurde, arbeiten dort drei- bis viermal die Woche für die Stadt. Sie holzen, malen oder bewachen Velostationen. Die Zwischenbilanz dieses Programms nach sechs Monaten fällt vielversprechend aus: weniger Konflikte, besseres Deutsch und mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Dies ist auch für die Asylsuchenden wünschenswert, die in Limmattaler Gemeinden untergebracht sind. Denn ohne die Erlaubnis, Arbeitseinsätze zu leisten, bleibt ihnen nicht viel anderes übrig, als in der Asylunterkunft oder an öffentlichen Orten Zeit zu verbringen. Auf die Bevölkerung kann dies den Eindruck erwecken, sie seien faul oder sich für Arbeit zu schade. Dies führt zu Frust auf beiden Seiten und schliesslich einem vergifteten Klima. Zudem ist Isolation für Asylsuchende psychisch belastend, was wiederum für die ganze Gesellschaft zur Hypothek werden kann.

 Gegner des Ustermer Modells – unter anderem der Zürcher Regierungsrat – monieren, dass Asylsuchende niemandem den Job streitig machen sollen. Doch lassen sich im boomenden Limmattal bestimmt auch Arbeiten für Flüchtlinge finden. Dies ist nicht nur für die Flüchtlinge sinnvoll, denen so das Zusammenleben mit der Schweizer Gesellschaft erleichtert wird. Auch helfen solche Arbeitseinsätze, den sozialen Frieden langfristig zu sichern.

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