Es ist zum Heulen: Schon elf Männer stehen als Kandidaten für die Dietiker Stadtratswahlen im März bereit, während weit und breit keine Frau in Sicht ist. Geschieht nicht noch ein kleines Wunder, wird die Frauenquote in der Stadtregierung danach 0 Prozent betragen und die Hälfte der Bevölkerung nicht vertreten sein. Ein wenig besser sieht es bei den Nachbarn in Schlieren aus: Dort stellen sich immerhin die beiden amtierenden Stadträtinnen wieder zur Wahl und mit Manuela Stiefel kandidiert zudem eine Frau für das Präsidium. Unter- oder gar nicht vertreten sind die Frauen auch in allen anderen Gemeinden des Limmattals. Und im Bundesrat. Und in fast allen Verwaltungsräten und Chefetagen von grösseren Firmen.

Da ist es eine Freude zu sehen, dass die Frauen dieses Jahr wenigstens unter den Nominierten für die Wahl der Limmattalerin oder des Limmattalers des Jahres in der Mehrzahl sind: Gleich fünf der sieben Personen, welche die Redaktion der Limmattaler Zeitung Ihnen vorschlägt, sind Frauen. Das gab es noch nie. Und das Schöne daran ist: Sie hatten dieses Jahr von Anfang an die Nase vorn. Denn bereits unter den 30 Vorschlägen, welche die Redaktion zusammentrug, um daraus die Kandidierenden auszuwählen, waren etwas mehr als 50 Prozent Frauen. Wir finden: Dass sie für einmal mehr Aufmerksamkeit bekommen und ihr Engagement in der Öffentlichkeit wahrgenommen und geehrt wird, haben sie mehr als verdient. Nun hoffen wir, dass es eines Tages auch keine Sensation mehr sein wird, wenn sie in Gemeinderäten und Chefetagen für einmal mehr als die Hälfte ausmachen.