Die Ziele des Gleichstellungsplanes der Stadt Zürich sind ambitiös. Bis 2018 sollen mehr Daten zur Gleichstellung erhoben, 35 Prozent aller Kaderpositionen mit Frauen besetzt sowie beiden Geschlechtern die gleichen Löhne bezahlt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Im Rahmen des Gleichstellungsplans wird auch ein Schwerpunkt gesetzt, der
bei der Aufklärung und beim Umdenken ansetzt. Ziel 11 des Gleichstellungsplanes lautet: «Die Volksschule sowie die familienergänzenden Betreuungseinrichtungen sensibilisieren die Lehrkräfte sowie das Betreuungspersonal für Geschlechterstereotype und einengende Rollenbilder.» In die Verantwortung genommen wird hier das Schul- und Sportdepartement.

Wie die gestern veröffentlichte Zwischenbilanz der Fachstelle für Gleichstellung zeigt, sind die Schulverantwortlichen mit der bisherigen Umsetzung «mittelmässig zufrieden». Konzepte für Weiterbildungen des Lehrpersonals sowie Unterrichtsmaterialien für die Schüler sind erarbeitet.
Aber: «Erst einige Unterrichtseinheiten sind testweise im Einsatz.» Als Gründe sind knappe Ressourcen und wiederholte personelle Wechsel bei den Verantwortlichen genannt.

Das Bestreben der Stadt Zürich ist löblich. Dass alle Ziele bis 2018 erreicht sind, ist realistischerweise nicht anzunehmen. Nur wenn sie ganzheitlich und langfristig verfolgt werden, führen sie zur Gleichstellung. Über Geschlechterstereotype aufzuklären, ist deshalb nicht nur die Aufgabe der Schulen, sondern aller städtischen Departemente. Mindestens.