Kommentar

Angestellte zeigen sich risikofreudig

Angestellte der Stadt Schlieren entscheiden sich für einen Kassenwechsel.

Angestellte der Stadt Schlieren entscheiden sich für einen Kassenwechsel.

Die Angestellten der Stadt Schlieren wollen der Pensionskasse BVK den Rücken kehren.

Die Angestellten der Stadt Schlieren haben entschieden. Die Mehrheit will aus der kantonalen Personalvorsorgekasse BVK austreten und sich ab Anfang 2017 neu bei der Dietiker Kasse SHP versichern lassen. Mit diesem Wechsel sinken nicht nur die Beiträge der Stadtangestellten, auch die Renten aus der zweiten Säule erhöhen sich. Dies prognostiziert zumindest ein kürzlich von der Stadt Schlieren publizierter Vergleich zwischen den beiden Kassen.

Ob die Bedingungen für die Stadtangestellten auch langfristig attraktiv bleiben, ist aber offen. Denn niemand kann voraussagen, wie sich die beiden zur Diskussion stehenden Kassen in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden. Auch der Vergleich basiert nur auf Annahmen. Der BVK-Sprecher Florian Küng sagte kürzlich zur «Zürichsee-Zeitung» sogar, es würden viele «Lockvogel-Offerten» gemacht, die auf unrealistischen Annahmen beruhten.

Auch der Umstand, dass sich der sonst so BVK-kritische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) in seiner Gegenüberstellung der beiden Pensionskassen nicht zu einer eindeutigen Empfehlung hat durchringen können, mag einige stutzig machen. Wenn nicht einmal der VPOD sich gegen die BVK stellt, kann sie doch so schlecht nicht sein, könnte man sich fragen.

Doch liess sich das Schlieremer Personal davon nicht abbringen, die Gelder ihrer beruflichen Vorsorge in neue Hände zu geben. Es bleibt zu hoffen, dass die der SHP-Offerte zugrunde liegenden Annahmen auch tatsächlich eintreffen und die 4,5 Millionen Franken, die der Wechsel kosten wird, nicht verschwendet werden.

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