Dietiker Politiker wollen den Dietiker «Müsli»-Acker schützen. Sie fordern, dass das Limmattalbahn-Depot stattdessen auf der ehemaligen Deponie Joosäcker im Spreitenbacher «Asp» gebaut wird. Schliesslich müsse das «Asp» sowieso saniert werden – wieso also nicht gleich dort das Depot bauen? Die Argumentation überzeugt und hinkt zugleich. Denn der Boden, auf dem das Depot «Asp» hauptsächlich zu liegen käme, ist nur überwachungsbedürftig; muss also nur saniert werden, wenn darauf gebaut wird – von «sowieso sanieren» keine Spur. Sowieso gilt aber: Der Standort «Müsli» ist sinnvoll, weil das «Müsli» anders als das «Asp» zwingend saniert werden muss.

Weiter verhindert der Standort «Müsli» Zusatzkosten von 25 Millionen Franken, für die der Steuerzahler geradestehen müsste. Denn die Bauherrin, die Limmattalbahn AG, geht davon aus, dass sie die Kosten für die Sanierung im «Asp» tragen müsste. Denn erst der dortige Depot-Bau würde die Sanierung zwingend nötig machen. Die AG gehört zu 75 Prozent dem Kanton Zürich und zu 25 Prozent dem Aargau. Ob das Dietiker Stimmvolk so hohe Zusatzkosten für die Limmattalbahn mitübernehmen will, ist infrage zu stellen. Denn 64 Prozent der Dietiker hatten die Bahn abgelehnt.

Fakt ist auch: Niemand will das Depot, also gehört es ins Niemandsland, wie es das Grenzgebiet zwischen Dietikon und Spreitenbach ist. Welche der beiden Gemeinden das Depot beheimaten muss, sollte dabei keine Rolle spielen. Denn die Grenze dazwischen existiert nur noch in den Köpfen. Es ist Zeit, sie zu überwinden.

kontakt: david.egger@azmedien.ch