Kommentar

Über Sex reden

Flaute im Bett? «Wir müssen immer wieder dazulernen, um unsere Sexualität am Leben zu erhalten», sagt Martin Bachmann.Colourbox

Flaute im Bett? «Wir müssen immer wieder dazulernen, um unsere Sexualität am Leben zu erhalten», sagt Martin Bachmann.Colourbox

Sex ist allgegenwärtig und gleichzeitig immer noch mit Tabus behaftet. Zwar finden sich im Internet Sexdarstellungen zuhauf, und Verkaufssendungen für Porno-Angebote flimmern Nacht für Nacht über die Fernseh-Bildschirme.

Es ist kein Geheimnis, dass vor allem Männer diese Angebote auch nutzen. Doch offen über die eigene Sexualität zu reden und im Gespräch mit anderen darüber nachzudenken, was für Folgen die mediale Reizüberflutung hat – oder wie sich Sex in langjährigen Paarbeziehungen nachhaltig lustvoll gestalten lässt: Das fällt vielen schwer. Aber das Bedürfnis danach wächst.

Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Sexualberatungen durch das Mannebüro Züri zunehmend gefragt sind: Im letzten Jahr verzeichnete das Mannebüro bei den Sexualberatungen eine Zuwachsrate von 64 Prozent. Und die Gesprächsgruppe «Sexverzweifelt» des Mannebüros, die nach der Sommerpause am 13. August wieder startet, hält sich bereits seit fünf Jahren.

«Wir müssen immer wieder dazulernen, um unsere Sexualität am Leben zu erhalten», sagt Männer- und Sexualberater Martin Bachmann vom Mannebüro Züri im Interview mit der Limmattaler Zeitung. Und: «Wie wir unser Lusterleben sicherstellen und organisieren, ist antrainiert. Darum kann man es auch verändern und gestalten.» Eine wichtige Erkenntnis. Die mediale Porno-Berieselung ist dabei sicher nicht hilfreich. Doch Institutionen wie dem Mannebüro ist ein Kränzchen zu winden für seine Beiträge zur Reflexion über Sexualität im Kreise vertrauter Personen. Denn um punkto eigene Sexualität dazuzulernen, hilft vor allem eines: Über Sex reden.

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