Drei Zürcher Regierungsratsmitglieder wurden gestern vom Kantonsrat verabschiedet: Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP), Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) und Martin Graf (Grüne), der abgewählte Vorsteher der Direktion der Justiz und des Innern. Kommenden Montag verteilt die Regierung in ihrer neuen Zusammensetzung die Ressorts neu. Während die bisherige Staatsanwältin Silvia Steiner (CVP) als Graf-Nachfolgerin so gut wie gesetzt ist und die Finanzdirektion tendenziell wohl mit einem Bisherigen besetzt wird, könnte die Vergabe der Bildungsdirektion richtungsweisend sein: Bürgerliche drängen darauf, dass mit Carmen Walker Späh (FDP) eine der ihren künftig für die Bildungspolitik zuständig ist, während die SP auf ihre neue Regierungsrätin Jacqueline Fehr als Aeppli-Nachfolgerin setzt.

Wer auch immer die Bildungsdirektion übernimmt, tritt in grosse Fussstapfen. Denn Aeppli hat das Zürcher Schulwesen in den letzten zwölf Jahren stark geprägt und verändert: Blockzeiten und Schulleitungen wurden eingeführt, ebenso ein bedarfsgerechtes familienergänzendes Betreuungsangebot. Auch die integrative Förderung von Kindern mit speziellem Förderbedarf zählt zu Aepplis Vermächtnis. Nach den tief greifenden Reformen, die unter Aeppli mit dem neuen Volksschulgesetz durchgesetzt wurden, ist jetzt eine Phase der Konsolidierung angebrochen. Selbst wenn der Wunsch der Bürgerlichen in Erfüllung ginge und Walker Späh Bildungsdirektorin würde: Es wäre keine gute Idee, der Schule nach Jahren intensiver Veränderungen erneut eine völlig neue Richtung geben zu wollen.