Das Problem der sogenannten Heiratsstrafe ist seit Jahren erkannt: Verheiratete Paare sind gegenüber unverheirateten steuerlich häufig benachteiligt, besonders wenn sie Kinder haben. Zwar hat der Bund schon 2008 Abhilfe geschaffen, indem er Eheleuten bei der Bundessteuer einen Pauschalabzug in Höhe von 2'600 Franken gewährte.

Doch gelöst ist das Problem damit noch nicht. Erst kürzlich vertagte der Ständerat einen weiterführenden Entscheid dazu. Und auch auf Kantonsebene tun sich die Parteien schwer mit der Abschaffung der Heiratsstrafe. Das zeigte die gestrige Kantonsratsdebatte, in der ein Vorstoss scheiterte, der einen Pauschalabzug wie bei der Bundessteuer auch auf kantonalzürcher Ebene zum Ziel hatte.

Klar wurde dabei vor allem eines: Die Parteien sind von einem Konsens weit entfernt. Die SP fordert Steuergutschriften für die Familien, die es wirklich nötig haben; FDP, GLP, CVP und BDP setzen auf Bundesebene auf Individualbesteuerung; GLP, CVP und BDP wollen kantonal zudem mittels Steuersplitting den Status quo durchbrechen.

Nur für die wertkonservativen Parteien, nämlich SVP, EDU, EVP und BDP, ist die Ehe weiterhin das massgebliche Beziehungsmodell, das es pauschal steuerlich zu entlasten gilt. Doch mehrheitsfähig sind die Wertkonservativen nicht mehr, zumal sich die CVP als wankelmütig erwiesen hat.

Gefragt sind Lösungen, die sowohl Eheleuten als auch Konkubinaten und gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gerecht werden. Es ist kompliziert geworden mit den Beziehungskisten. Doch auf die lange Bank schieben sollten die Parteien das Problem der Heiratsstrafe deswegen nicht.