Tonhalle und Kongresshaus sind für Zürich wichtig: Sie bereichern das kulturelle und touristische Leben der Stadt und generieren damit erhebliche Wertschöpfung. Doch die Gebäude sind in die Jahre gekommen. Jetzt plant die Stadt Zürich einen kostspieligen Neuanfang: Tonhalle und Kongresshaus sollen von 2017 bis 2020 saniert und die bisher privatrechtliche Trägerschaft in eine öffentlich-rechtliche Stiftung umgewandelt werden. Die Gesamtkosten beziffert der Stadtrat auf 240 Millionen Franken.

Es ist ein Wagnis, auf das sich der Stadtrat da einlassen will. Zur Erinnerung: In den 1980er-Jahren, als das Kongresshaus zuletzt saniert wurde, liefen die Kosten völlig aus dem Ruder. Als Folge davon schleppt die bisherige Trägerschaft des Gebäudekomplexes eine beträchtliche Schuldenlast mit sich. Mit der Umwandlung in eine öffentlich-rechtliche Stiftung will der Stadtrat nun einen Schuldenschnitt machen, der in den Stadtfinanzen mit 72,8 Millionen Franken zu Buche schlägt.

Doch das Wagnis ist sinnvoll. Denn die Stadt, die jahrzehntelang immer wieder Millionen nachschob, schafft mit der neuen Trägerschaft klare Verhältnisse und kann direkten Einfluss nehmen, nach dem Motto: Wer zahlt, befiehlt. Sie wird nun permanent genau hinschauen müssen, damit die Kosten nicht erneut aus dem Ruder laufen. Ihre Finanzlage ist schon jetzt angespannt, und die Aussichten für die nächsten Jahre sind nicht gerade rosig. Man darf gespannt sein, ob die Stimmbürger bereit sind, dieses Wagnis einzugehen.