Unter die Turbulenzen der Vergangenheit zog sie gestern einen Schlussstrich: Sie verzichtet im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um ihren ehemaligen Anlagechef auf Haftungsklagen gegen den Kanton Zürich, dem die BVK bis vor kurzem gehörte. Damit kommt einer der aufsehenerregendsten Fälle von Wirtschaftskriminalität der letzten Jahre zum Abschluss. Und die Finanzdirektoren des Kantons, die in den Jahren der Korruptionsaffäre ihre Aufsichtspflichten vernachlässigten, kommen ungeschoren davon. Dies mag moralisch fragwürdig sein. Doch es ist ein pragmatischer Entscheid: Die BVK erspart sich damit einen langwierigen und kostspieligen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang. Sie kann sich jetzt auf die Herausforderungen der Zukunft konzentrieren.

Und die sind gross genug: Das tiefe Zinsniveau und die Tatsache, dass die Menschen immer älter werden, stellt nicht nur die BVK, sondern alle Pensionskassen vor immense Probleme. Noch heisst es gebetsmühlenartig, die Renten, die 60 Prozent des letzten Lohnes umfassen sollen, seien sicher. Doch die Zweifel daran mehren sich.

Die BVK reagiert, indem sie die Verzinsung der Versichertenbeiträge senkt und die Höhe der Sparbeiträge erhöht – und zwar in allen Altersklassen. Neu müssen auch schon 21- bis 23-Jährige Sparbeiträge leisten. Und die Sparbeiträge steigen in allen Altersklassen, von 21 bis 70 Jahren – für die, die so lange arbeiten wollen. Das sind drastische Eingriffe. Sie markieren einen Wendepunkt. Wie angemessen und wirksam sie sind, lässt sich aus heutiger Sicht nur schwer ermessen. Doch der Handlungsbedarf lässt sich nicht von der Hand weisen.