Kommentar

Zürich will wieder eine Fussballstadt sein

Stade de Suisse in Bern: FC Zürich feiert den Sieg nach dem Swiss Cup Final im April 2014 (Themenbild).

Stade de Suisse in Bern: FC Zürich feiert den Sieg nach dem Swiss Cup Final im April 2014 (Themenbild).

Die Stadt Zürich hat zwar zwei Fussballvereine in der obersten Liga. Aber Fussballeuphorie ist an der Limmatstadt schon lange keine mehr aufgekommen.

Der Stadtzürcher Sportvorsteher Gerold Lauber will nun den emotionalen Cup-Final in die Limmatstadt holen. Laubers Interesse kommt nicht überraschend, er hatte dieses bereits mehrmals durchblicken lassen. Überraschend ist aber, dass Lauber nicht alleine dasteht. Der Gesamtstadtrat steht hinter seinem Sportvorsteher. Und auch Regierungsrat Mario Fehr sagt der Stadt bereits kantonale Unterstützung zu. Dies ist nicht nur überraschend, sondern auch mutig. Denn der Anlass, der in den vergangenen Jahren in Bern stattgefunden hat, ist beim fussballfernen Teil der Bevölkerung vor allem wegen «Ausschreitungen» im Gedächtnis geblieben.

Der Stadtrat will nun dazu beitragen, dass der Cupfinal «künftig stimmungsvoll und friedlich» durchgeführt werden kann. Das ist nicht einfach, aber durchaus möglich. Denn der Fussball und seine Fans sind besser als ihr Ruf und ihr Ansehen am Stammtisch. Natürlich, Ausschreitungen, jeglicher Art, sind zu verurteilen. Und unbestreitbar ist: Wer eine Fackel zündet, handelt illegal (es ist verboten!) und dumm (es ist gefährlich!). Aber ein Blick ins Archiv zeigt: Noch vor zehn Jahren merkte jeder Reporter bei einem Feuerwerksbild an: «Im Stadion herrscht eine tolle Stimmung.» Das zeigt: Die Wahrnehmung hat sich verändert. Der Stadtrat von Zürich hat Ähnliches vor – er ändert die Perspektive und sieht den Final als Chance für die Sportstadt an, nicht als ein in eine andere Stadt abzuschiebendes Problem.

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