Wer mit seinem Auto in die Innenstadt oder in die Trendquartiere von Zürich fahren will, muss inskünftig mehr Münz bei sich haben: Der Stadtrat will die Parkgebühren massiv anheben. Die Grundidee ist nicht per se falsch. Doch die Vorlage des Stadtrates ist zu wenig durchdacht.

Für höhere Parkgebühren lassen sich durchaus gute Gründe finden. Auch wenn gewerbliche und bürgerliche Kreise angesichts höherer Parkgebühren aufschreien. Es spielen – auch auf Zürichs Strassen – Angebot und Nachfrage. Das Angebot, die Anzahl der Parkplätze, ist unbestrittenermassen beschränkt. Das ist ein gewollter Entscheid, von einer politischen Mehrheit legitimiert. Die Belegung der oberirdischen Abstellplätze auf öffentlichem Grund kann über den Preis beeinflusst werden.

Bei der Tarifgestaltung hat der Stadtrat aber danebengegriffen. Er sieht vor, dass sich der Preis eines Zürcher Parkplatzes neu bereits alle zehn Minuten erhöht. Dies aber nicht linear, also jeweils nicht um denselben Betrag. Weil zwei verschiedene Berechnungsmodelle ineinandergreifen, kosten zehn Minuten mal 50 Rappen, mal 1 Franken. So werden beispielsweise für 60 Minuten 3 Franken fällig, für 70 Minuten 4 Franken und für 80 Minuten 4.50 Franken. Mathematisch lässt sich dies begründen. Doch wer vor einer Parkuhr steht, hat keine Formeltabellen dabei. Die Verordnung ist zu kompliziert und nicht alltagstauglich. Es besteht die Gefahr, dass die Autofahrer nicht nur höhere Parkgebühren bezahlen – sondern auch häufiger Bussen.