Eigentlich ist das Resultat erstaunlich: Die Stimmbürger im Kanton haben zwei Initiativen abgelehnt, die unter dem Titel «Ja zu fairen Gebühren» standen.

Die Bürger haben sich am Sonntag nun aber nicht gegen faire Gebühren ausgesprochen – sie wissen, dass diese bereits jetzt von den Gemeindebehörden «richtig» festgesetzt werden. Mit dem doppelten Nein haben die Stimmbürger gezeigt, dass sie sich von einem schönen Titel einer Initiative nicht blenden lassen. Sie haben erkannt, dass die Vorschläge untauglich waren. So hatten die Befürworter selbst erklärt, dass die Gemeinden keine Blockade zu befürchten bräuchten: Wenn eine Gemeindeversammlung den geforderten Gebührenkatalog ablehne, blieben die alten Gebühren gültig. Im Klartext also: Den Gebührenkatalog kann man ablehnen, diese Ablehnung hat aber keine Folgen. Was der Stimmbürger von einem solchen Instrument hält, das wirkungslos ist und einzig der Stimmungsmache gegen die Gebühren und als Folge davon gegen den Staat dient, hat er am Sonntag an der Urne gezeigt.

Die Diskussionen rund um die Vorlagen haben gezeigt, dass der Bürger sich nicht über Manko an Mitbestimmung bei den Gebühren beklagt. Allerdings besteht ein Mangel an Transparenz. In den meisten Gemeinden lässt sich die Höhe der Gebühren nicht einfach mit ein paar Mausklicks auffinden. Nur ein paar wenige Gemeinden stellen bereits freiwillig einen Gebührenkatalog zusammen. Diese kommen ohne die aufwendige, aufgeblähte Maschinerie aus, welche die Gebührenvorlagen gefordert hatte. Eine solche freiwillige Liste erhöht die Transparenz – und kann auch zu gerechtfertigten Diskussionen über die Gebührenhöhe führen. Die Gemeinderäte, die die Vorlage bekämpft haben, sollten deshalb nun die Gebühren freiwillig zusammenstellen; als Dienstleistung für Ihre Bürger, die vertrauensvoll mit ihnen zusammenarbeiten.