Er ist einer der grössten, verfügt aber nur über drei Gleise: Der Bahnhof Stadelhofen und die Tunnels, die zu ihm führen, stellen ein Nadelöhr im S-Bahn-Netz dar. Kommt es dort zu einer Panne, gerät der ganze Fahrplan aus dem Takt. Der Ausbau des Bahnhofs ist dringend. Die VCS-Initiative, die vom Kanton eine Kreditvorlage fordert, ist aber der falsche Weg. Mit der im Februar angenommenen eidgenössischen Fabi-Vorlage, welche «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» regelt, ist nicht der Kanton, sondern der Bund für ein solches Projekt verantwortlich.

Der Bau eines vierten Gleises am Stadelhofen ist mit «Fabi» vorgesehen. Allerdings ist, wie die Befürworter der VCS-Initiative zu Recht anführen, erst dessen Projektierung verbindlich festgelegt. Ob das Projekt dann auch ausgeführt wird, entscheidet sich erst in drei Jahren. Natürlich wird es im National- und Ständerat einen Verteilkampf um die beschränkten Gelder geben. Finanziert nun Zürich den Stadelhofen-Ausbau vor, könnte der Kanton am Ende nicht nur für die Zinskosten aufkommen müssen, sondern im schlimmsten Fall auf den gesamten Kosten sitzen bleiben. Weshalb soll der Bund ein Projekt auf die Liste setzen, das die Zürcher schon bezahlt haben, wird sich mancher Parlamentarier fragen — und sich lieber für Projekte vor der Haustüre seiner Wähler einsetzen.

Der Kanton muss das vierte Gleis nicht vorfinanzieren. Er muss in Bern, wie er es bislang getan hat, darauf drängen, dass es über den «Fabi»-Fonds realisiert wird. Dafür ist dieser Fonds, in den der Kanton auch Millionen einzahlt, schliesslich da.