Man fragt sich aber schon: warum bloss? Denn, nüchtern betrachtet, ist das Amt eines Kantonsrates ja viel attraktiver (und da es dort statt sieben auch gleich 180 Mitglieder gibt, wäre auch die Wahl einfacher). Als Kantonsrat kann man dem Regierungsrat zudem Fragen stellen. Zu jedem Thema. Die Themenpalette reicht vom «Güsel und Grüsel» über «Vogeltod durch Nato-draht» bis hin zu «Cannabiskonsum im Gefängnis». So lauten drei der in diesem Jahr bislang 162 eingereichten Anfragen.

Nun hat der Regierungsrat eine neue Aufgabe erhalten. Die 13 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) im Kanton sind bekanntlich umstritten. Dabei steht nicht primär die fachliche Qualität der jeweils mindestens drei Behördenmitglieder im Fokus. Infrage gestellt werden deren soziale Kompetenzen, wie zwei Kantonsräte festhalten. Sie wollen deshalb vom Regierungsrat wissen: «Wie viele der jetzigen KESB-Mitglieder verfügen über Empathie?» In Erfahrung bringen wollen sie unter anderem auch, wie viele «Pragmatismus» und wie viele «psychologisches Geschick» aufweisen. Zudem stellen sie die Frage: «Wie vielen der KESB-Mitglieder fehlt es an a) Strategien zur Alltagsbewältigung, b) Kostenbewusstsein und c) praktischer Lebenserfahrung?» Vielleicht beantwortet der Regierungsrat ja zuerst die letzte aufgeworfene Frage: «Wie liessen sich diese aufgeführten sozialen Kompetenzen messen?»