Die Nachricht hat am Stammtisch Kopfschütteln ausgelöst. Enten und Schwäne zu füttern wird an verschiedenen Gewässern in der Schweiz verboten, wie die Limmattaler Zeitung am Dienstag berichtete. Doch nun über «die Regulierungswut in Bern» zu fluchen, ist nicht angebracht – denn für das Fütterungsverbot gibt es gute Gründe. Und auch wenn Kinder nun nicht mehr mit altem Brot Enten anlocken und sich so ob der Tierwelt erfreuen können – der neu eingebrachte Artikel in der Verordnung über die «Wasser- und Zugvogelreservate» ist sinnvoll.

Denn mit jeder zusätzlichen Nahrung, die Spaziergänger in die Seen werfen, wird in das natürliche System eingegriffen. Die Folgen sind vielfältig, wie Naturschutzvereine seit Jahren vergeblich hinzuweisen versuchen. So wird unter anderem die Tierpopulation künstlich erhöht, weil zu viel Nahrung zu einfach erhältlich ist. Krankheitserreger können sich in den zu grossen Populationen einfacher verbreiten. Zudem belastet das Brot, insbesondere wenn es sackweise in den See geworfen wird, das Gewässer – es fördert das Algenwachstum und entzieht dem Wasser Sauerstoff, auf den auch die Fische angewiesen sind.

Für Familien bleiben Spaziergänge am Pfäffiker- und am Greifensee trotz des Fütterungsverbotes attraktiv. Enten und Schwäne lassen sich in den Naturschutzgebieten auch so gut beobachten. Dies erst noch in ihrem natürlichen Umfeld, und nicht von Altbrot angelockt in unnatürlicher Häufung auf einem betonierten Seequai inmitten einer Horde Spaziergänger.