Während das UNO-Flüchtlingshilfswerk in Krisengebieten die mit dem Möbelriesen Ikea entwickelten «Better Shelter»-Unterkünfte erfolgreich einsetzt, werden diese Selbstbauhäuschen in Zürich auf Intervention der kantonalen Gebäudeversicherung verboten.

Es handelt sich aber nicht um einen abstrusen Entscheid von weltfremden Paragrafenreitern, sondern um einen wichtigen, richtigen Entscheid.

Denn es waren spezifische Umstände, welche die Gebäudeversicherung aufschreckten. Das Problem liegt nicht darin, dass das ohne weitere Hilfsmittel rasch aufzubauende 17 Quadratmeter grosse Haus niederbrennen kann – brennen kann fast jedes Gebäude. Die Frage ist, wie und wo es brennt.

In einem Realbrandtest der Gebäudeversicherung, in dessen Rahmen unter einem Bett ein Kopfkissen angezündet wurde, zeigte auf: Das Selbstbauhaus brannte innerhalb von dreieinhalb Minuten vollständig nieder, zudem entwickelte sich eine grosse Hitze und ein starkes, toxisches Rauchvolumen. Das ist gerade in einem engen, geschlossenen Raum wie einer Halle gefährlich – im Freien zieht beispielsweise der Rauch ab, in der Halle staut er sich.

Die Intervention der Zürcher Gebäudeversicherung ist also nicht wegen «Überregulierung», sondern aus gesundem Menschenverstand erfolgt. So hatte sie kürzlich bereits einmal entschieden: Um temporäre Asylunterkünfte in Zivilschutzanlagen überhaupt zu ermöglichen, hatte sie die Brandschutzvorschriften, dort wo es sinnvoll ist, leicht aufgeweicht.

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