Spektrum

Weniger ist heute mehr

Die Singing Kids an der Kulturparty Geroldswil.

Die Singing Kids an der Kulturparty Geroldswil.

Der Vorhang ist gefallen: Nach 42 Jahren löst sich der Kulturverein Spektrum auf. Es fehlt nicht zuletzt an Freiwilligen, die sich einsetzen – unentgeltlich.

 In Geroldswil wird im Auftrag der Gemeinde ein privater Eventanbieter zwar weiterhin Kultur organisieren, dies wohl teurer, doch es geht eine Ära zu Ende.

Der Verein hat vieles richtig gemacht, ein attraktives Programm geboten, bequem vor der Haustüre. Zu Recht fragt sich die abtretende Präsidentin, ob eine gemeindeeigene Kulturkommission nicht die richtige Alternative zum Verein wäre. Kommissionen gibt es in vielen Limmattaler Ortschaften.

Das mag zwar die Kosten tief halten, weil die Kommission günstiger ist als ein privater Anbieter. Doch das Grundproblem ist nicht gelöst: Es fehlt von Ausnahmen abgesehen das grosse Interesse an Kulturveranstaltungen, also an der Nachfrage.

Während Konzerte im Bezirk Dietikon zum Teil fast ohne Publikum stattfinden, und mehr an ein Mittel der Subventionierung von Profimusikern denn an ein Ereignis erinnern, bleibt die Zahl der organisierten Anlässe hoch. Ob Stadt oder Gemeinde, sie alle wollen ihrer Bevölkerung Kultur bieten.

Dabei herrscht selbst in der Stadt Zürich ein Überangebot. Das kann nicht funktionieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Events im Limmattal kaum inhaltlich und terminlich aufeinander abgestimmt sind. Die Folge: halb leere Lokale. Die Kulturveranstalter sollen daher vermehrt regional zusammenarbeiten und ihr Publikum zusammenlegen. Das ist nicht nur günstiger, sondern auch kundenfreundlicher. Es macht einfach mehr Spass, wenn man nicht alleine im Saale sitzt.

Ein voller Saal wirkt zudem anziehend.
Deshalb: Weniger ist heute mehr.

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