Kommentar

Ohne Einsicht ist der Bruno Weber Skulpturenpark am Ende

Die fantastische Welt des Bruno Webers lockt jährlich 20’000 Besucher an.

Die fantastische Welt des Bruno Webers lockt jährlich 20’000 Besucher an.

Die Stiftungsaufsicht schliesst den Bruno Weber Park in Dietikon/Spreitenbach nach schwierigen Verhandlungen im Oktober. Bedeutet dies das Ende des einmaligen Kunstparks? Ja, wenn Weber-Wittwe Anna Maria Kunst und Kommerz nicht in Einklang bringt.

Der Bruno Weber Park in Dietikon und Spreitenbach wird von der zuständigen Stiftungsaufsicht auf den 20. Oktober 2014 geschlossen. Sie begründete dies in einem Communiqué mit «wirtschaftlichen und strukturellen Schwierigkeiten». Ist dies das Ende des fantastischen Skulpturenparks, das vom 2011 verstorbenen Dietiker Künstler vor 50 Jahren begonnenen worden war?

Tatsache ist: Zwischen Stiftungsrat und Weber-Wittwe Maria Anna kommt es regelmässig zum Zerwürfnis. Im März 2014 traten die Mitglieder erneut kollektiv von ihrem Amt zurück, was die Stiftungsaufsicht auf den Plan rief. Ehemalige Stiftungsräte sprechen von der Schwierigkeit, mit Maria Anna Weber verbindliche Vereinbarungen zu treffen. Die Künstlerin selbst sieht dies anders. Am Ende ist es der klassische Fall von Kunst und Kommerz, die hier nicht zusammenfinden.

Das Problem: Die über Jahrzehnte gewachsene, teilweise aber in die Jahre gekommene Anlage verschlingt viel Geld. Für die kommenden fünf Jahre werden laut Stiftungsaufsicht 1,5 bis 2,3 Millionen benötigt. Das sind viele 100 000 Franken pro Jahr und eine sehr konservative Schätzung. Weber ist auf Spenden angewiesen. Doch ohne Stiftungsrat kommt viel zu wenig Geld rein. Gelingt es Anna Maria Weber nicht, Kunst und Kommerz zusammenzubringen, dann droht dem einmaligen Park nicht nur die Schliessung im Oktober, sondern langfristig auch der Verfall. Das wäre dann nicht nur ein Verlust für die Region und die Kunstwelt. Es wäre auch eine Tragödie für Maria Anna Weber, die das Erbe ihres Mannes mit dem Wunsch antrat, es zu vollenden und ihm eine dauerhafte Zukunft zu bescheren.

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